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Aktuelle Ausgabe

Themen:

* Chancen nutzen, heißt Veränderungen gestalten

* Trends im Public Sector - und nun?

* Das Maschinenmodell läuft nicht weiter

* 5-E-Konzept: Alle 5 Ebenen im Fokus

* Kosten senken ohne Entlassungen? Das geht!

* Geheime Effizienzrenditen

* Nächstes Ziel: Demokratie 2.0?

 

Chancen nutzen, heißt Veränderungen gestalten

Dr. Roland Dumont du Voitel | Dr. Florian Birk

Trends und Entwicklungen schaffen ein sich stetig veränderndes Umfeld, das auch und gerade vom öffentlichen Sektor Anpassung, also Veränderung, verlangt. Veränderungen sind ein sensibles Thema. Sie werden oft an sich schon negativ wahrgenommen und ihre Umsetzung ist häufiger nicht erfolgreich als erfolgreich. Ein gut entwickeltes, kontinuierlich weiterentwickeltes und praxis­erprobtes Set an Methoden und Instrumenten kann Abhilfe schaffen: Projektmanagement.

Albert Einstein sagte: "Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“. Und sie kommt keineswegs unweigerlich auf uns zu, sondern kann gestaltet werden. Das gilt auch für den öffentlichen Sektor, der in seiner Bedeutung immerhin fast die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Knappere Mittel und nötige Ergebnisse und Wirkungen zwingen auch Bund, Länder, Gemeindeverwaltungen, Krankenhäuser oder den häufig öffentlich alimentierten Dritten Sektor zu Veränderungen hin zu mehr Public Value, während sich das Umfeld immer schneller verändert...

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Trends im Public Sector – und nun?

Dr. Florian Birk

Die Zukunft vorauszusehen, klingt nach Wahrsagerei, wird aber mit der Analyse von Trends und Entwicklungen bestrebt und von öffentlichen Entscheidern erwartet. Sie bestimmen, ob Veränderungsbedarf besteht.

Wer als Entscheider Richtungen zu beschreiten hat, muss sich auf die Entwicklungen der Umwelt einstellen. Deshalb kommt der Zukunftsforschung so große Bedeutung zu. Es geht um Trends und Entwicklungen, die wir aus eigener Kraft heraus nicht wirkungsvoll beeinflussen können. Die großen Makrotrends zeigen eine Entwicklung hin zu einer neuen finanzwirtschaftlichen Nachhaltigkeit, einer ökologischen Nachhaltigkeit mit der Kritik an dauerndem Wachstum sowie die Entwicklung zu Gesundheit und persönlicher Balance. Andererseits hat sich der demographische Wandel mit den Schlagworten „weniger, älter, bunter“ und einer weltweiten Integration von Wirtschaftskreisläufen und Begegnung von Kulturen als starker Trend erwiesen. Sie alle wollen erfasst, bearbeitet und bewältigt werden...

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Das Maschinenmodell läuft nicht weiter

Dr. Florian Birk

Das Konzept des Menschen als Maschine oder Teil einer Maschine(rie) ist abgelegt. Der Ruf nach Leistungsfähigkeit und Effizienz muss anders beantwortet werden. Systemisches Führen und Projektmanagement liefern diese Antwort.

Der neugewählte Präsident von Südafrika, Nelson Mandela, schenkt dem jungen Mannschaftskapitän des Football-Teams höchstselbst Tee ein und lernt die Namen aller Spieler auswendig, um sie persönlich ansprechen zu können. Der Erfolg bleibt, ohne zu viel zu verraten, nicht aus - Szenen aus dem Film Invictus. Umgekehrt die Zahlen aus der aktuellen Gallup-Studie zur Bindung der Arbeitnehmer: fast 90% der Mitarbieter weisen keine oder nur geringe „Dienst nach Vorschrift“ Bindung an den Arbeitgeber auf. Sie sind öfter krank, bringen weniger Ideen ein, wechseln öfter und leisten allenfalls Durchschnitt. Was haben die beiden Bilder miteinander zu tun? Es gibt offenkundig ein Problem und es ist im öffentlichen Sektor eher größer als andernorts...

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5-E-Konzept: Alle 5 Ebenen im Fokus

Prof. Dr. Ernst Buschor | Dr. Roland Dumont du Voitel

Der Vater des 5-E-Konzepts, Prof. Dr. Buschor, hat sich u.a. als Regierungspräsident des Kanton Zürich intensiv mit den Themen Finanzen, öffentliches Management und Bildung auseinandergesetzt. Ein Interview:

Prof. Buschor, Sie sind der Vater des 5-E Konzepts. Was war Ihr Beweggrund, was hat Sie inspiriert, das Konzept zu entwickeln?

Ausgangspunkt bildete das im angloamerikanischen NPM bekannte 3-Ebenen Modell „Efficiency, Effectiveness, Economy“. Allerdings werden vor allem die Begriffe „Efficiency“ und „Effectiveness“ bis heute nicht einheitlich definiert, während „economy“ allgemein „Wirtschaftlichkeit“ bezeichnet. Das reicht jedoch nicht für eine integrierte Verwaltungsführung. Vorgängig muss entschieden werden, wozu der Staat überhaupt tätig sein soll und wer als Träger der Aufgabenerfüllung bestimmte Wirkungsziele umsetzen und überhaupt erreichen kann (Bund, Länder, Gemeinden, Verbände, Private usw.). Erst daraus sind Leistungsziele (Anzahl bestimmter Operationen, Studierendenzahlen usw.) abzuleiten und in möglichst wirtschaftlicher Form zu gewährleisten...

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Kosten senken ohne Entlassungen? Das geht!

Rüdiger Liebe

Kostensenkungsmaßnahmen werden gerne mit Personalabbau gleichgesetzt. Es gibt jedoch effektivere Ansätze, Kosten zu reduzieren und niedrig zu halten.

„Die Kosten müssen gesenkt werden“ hallt es durch die Flure der Geschäftsführung und immer häufiger auch in deutschen Amtsstuben. Vielfach werden industriell erprobte Verfahren unkritisch auf die Verwaltung übertragen. Aber sowohl industrielle Misserfolge als auch falsch verstandener Aktionismus von Behördenchefs und ihren Beratern zeigen die Grenzen des Machbaren auf. Aber wurde wirklich das Machbare versucht oder nur ein „Plagiat“ an falscher Stelle, zur falschen Zeit, von falschen Ratgebern mit Steuergeldern begangen?...

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Geheime Effizienzrenditen

Rüdiger Liebe

Das Formularwesen ist viele hundert Jahre alt, aufwendig und daher teuer. Aber auch das Formularwesen ist im digitalen Zeitalter angekommen. Eine Erleichterung der Prozesse, Arbeit und Kosten ist nun greifbar.

Das Formular ist ein Instrument, um Informationen strukturiert in einem Kommunikationsdialog einzufordern. Der Formularherausgeber gibt die Struktur und Vollständigkeit des Dialoges vor. Der Empfänger kann sich nur „unterordnen“ oder verweigern. Im 21. Jahrhundert geht es immer häufiger um die strukturierte Erfassung und gemeinsame Abstimmung von Informationen zwischen dem Formularherausgeber und dem Verwender. Die Lebensumstände und rechtlichen Zusammenhänge sind komplex. Der Formularherausgeber kann nicht alle Eventualitäten voraussehen. Gleichzeitig bestehen immer mehr Abhängigkeiten zu den bereits irgendwo in den beteiligten Organisationen gespeicherten Daten...

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Nächstes Ziel: Demokratie 2.0?

Arlette Dumont du Voitel

Die Gesellschaft lebt verstärkt im Internet. Sie korrespondiert, arbeitet, informiert sich und andere, kauft ein und bezahlt online. Sie ist längst im Web 2.0 angekommen. Politik und Verwaltung zögern noch. Zu Recht?

Obama hat es allen vorgemacht: das Web 2.0 gewinnt Wahlen. Massen bisher noch ungesehener Größe ließen sich 2008 online über Obamas Website, Facebook, Twitter, You­tube und MySpace-Auftritte politisch mobilisieren und produzierten nicht nur einen historischen Wahlgewinn, sondern auch 200 Millionen Dollar in Kleinspenden. Das Zeitalter der Demokratie 2.0 wurde ausgerufen - bis nach Deutschland ist der Ruf jedoch nicht ganz vorgedrungen. Hier gehen Politiker auf allen Wahlebenen noch viel zaghafter mit diesem Medium um als ihr amerikanischer Kollege. Dabei haben alle deutschen Parteien eine Webpräsenz, meist sogar mit eigenen Web Communities, und nutzen zumindest die Social-Media-Klassiker Facebook, Twitter und Youtube. Aber Deutschland ist nicht Amerika...

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