Führungsaufgabe "führen": Von der Qualifikation zum Unternehmen, über Motivation zum Erfolg
Dr. Florian Birk | Arlette Dumont du Voitel | Friedel Martiny | Hilke Steffens
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wachsen sowohl die Bedeutung als auch die Herausforderungen an die "Führung". Sie heißen u.a. Qualifikation, Rekrutierung, Motivation und Bindung und entscheiden darüber, ob das Unternehmen in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt.
"Stresstest" wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache GfdS im Dezember zum Wort des Jahres 2011 gekürt. "Demografischer Wandel" oder "Fachkräftemangel" wären für diesen Titel ebenfalls denkbar gewesen, haben sie auch sehr viele Diskussionen dominiert und geprägt - eine Hauptvoraussetzung zur Wahl zum Wort des Jahres. Auch wenn der Kelch der Nominierung sowohl am "demografischen Wandel" als auch am "Fachkräftemangel" vorbeigezogen ist, sind diese doch zum "Stresstest" für viele Unternehmen geworden. Unternehmen von klein bis groß - und vielleicht ganz besonders unser Wirtschaftsrückgrat "Mittelstand" - spüren an allen Ecken und Enden einen Wandel, der noch zum Handeln auffordert, doch bald schon zwingen wird...
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Erfolg und Zufriedenheit aller Beteiligten
Jörg Stehr | Dr. Roland Dumont du Voitel
Ein Interview
Herr Stehr, die Zeitarbeitsbranche hat nach einem kurzen Einbruch in der Finanzkrise einen Aufschwung erfahren, da sie Firmen Flexibilität in Zeiten der Unsicherheit geboten hat. Jetzt sprechen wir von einem Fachkräftemangel. Was kann Ihre Branche Firmen in diesem Zusammenhang anbieten?
Flexible Personalkonzepte bleiben weiterhin das attraktive Angebot der Zeitarbeitsbranche, gerade auch unter dem Aspekt des Fachkräftemangels und insbesondere für die Metallindustrie, deren Geschäft sehr stark von den globalen Nachfragezyklen abhängt. Keine andere Beschäftigungsform erlaubt es Unternehmen, in dem Maße ad hoc und passgenau auf Nachfragefluktuationen zu reagieren...
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Aus der Kommunikationslehre lernen
Udo Kempkes
Ob im beruflichen oder privaten Alltag: Der Mensch kommuniziert immer und überall. Die Kommunikationslehre beschreibt diesen Wesenszug in drei Ebenen, die Anregungen und Antworten auf viele Führungsfragen bieten.
"Wie kann ich es erreichen, dass die Mitarbeiterschaft den Zielen und Strategien des Unternehmens, der Institution oder der Behörde folgt und dazu noch möglichst motiviert?" Diese Frage stellen sich Führungskräfte und Projektleitungen aller Organisationen fast täglich. Die Antwort wird häufig in der Anwendung betriebswirtschaftlicher Methoden und Instrumente gesucht. Strategien werden mithilfe der Balanced Scorecard in operationale Maßnahmen übersetzt. Diese finden Eingang in die Zielvereinbarungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Rahmen einer umfassenden Delegation werden diese beauftragt und - im besten Falle - auch empowered, sich an die Umsetzung der Ziele zu machen...
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Soziale Systeme brauchen Pflege
Dr. Florian Birk
Wie kann man wissen, was man gesagt hat, bevor man die Antwort des Gegenübers gehört hat? Erst das Feedback gibt Aufschluss darüber, ob die eigene Nachricht wie beabsichtigt empfangen und verstanden wurde.
Die Aufmerksamkeit dafür ist da und nimmt weiter zu: Organisationen sind keine technischen, sondern soziale Systeme, die nach eigenen Bedingungen zusammenspielen – eben mehr oder weniger gut und erfolgreich. Je häufiger das zum Thema wird, desto häufiger wird deshalb auch nach Veränderungsmöglichkeiten gefragt, die Organisationen – und damit die Menschen – in diese Richtung unterstützen können. Und zwar möglichst wirksam einerseits und möglichst leicht umzusetzen andererseits. Ein altes und doch neues Instrument fällt hier besonders ins Auge, bei dem theoretische Bedeutung und praktisches Tun häufig auseinanderfallen: Feedback...
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Verantwortung: Häufig übergeben, selten übernommen
Dr. Wilhelm Kross
Verantwortung kann befreiend sein, wenn sie mit entsprechender Autorität und Strukturkraft delegiert wird. Risikoeignersysteme bieten dafür einen guten Ansatz.
Verantwortung hat einen bitteren Beigeschmack: verantwortlich sein bedeutet haftbar sein, falls etwas schief geht. Darum wird die Verantwortung auch gerne geteilt – und zwar am liebsten so, dass im Ernstfall nicht mehr nachvollziehbar ist, wer überhaupt verantwortlich ist. Priorisierungskonflikte und Aufgaben aus Parallelwelten werden gerne herangezogen. So versuchen sich die Beteiligten zu schützen und legen gleichzeitig mit ihrem Teil der Verantwortung die präventive Arbeit nieder. Dienst nach Vorschrift ist die für den Einzelnen risikoärmste Handlungsoption. Als Konsequenz treten Risiken überraschend ein. Gegenseitige Vorwürfe folgen. Der Konflikt ist vorprogrammiert...
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Interkulturelles Führen: Zu leicht genommen ist schnell zerronnen
Dr. Roland Dumont du Voitel | Federico Avellán Borgmeyer
Gerade in westlichen Kulturen wird schnell Gleichheit unterstellt, wo subtile und doch gravierende Unterschiede bestehen. Ein Fehler mit schmerzlichen Konsequenzen.
Deutsche direkte Auslandinvestitionen haben mit über 1.000 Milliarden (1 Billion) Euro, überwiegend in Europa, einen neuen Rekord erreicht. Damit wird auch die Zahl der Unternehmen zunehmen, die mit ihren ausländischen Akquisitionen Rückschläge einstecken müssen. Viele von diesen beruhen auf typischen Führungsproblemen, die sich vermeiden ließen. Die Unternehmenszentralen bauen weit überhöhte Erwartungen auf, die trotz Einstellung guter lokaler oder Entsendung der besten Kräfte, nicht erfüllt werden können. Häufig stellt sich heraus, dass die von der Zentrale ausgearbeitete Strategie für die Tochtergesellschaft ungeeignet ist, von den entsandten oder lokalen Führungskräften aber nicht infrage gestellt wird. Lokale Führungskräfte und Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten zeigen wenig Akzeptanz gegenüber Strategie, Maßnahmen, Unternehmensvertretern und Führungsstil...
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Hinter dem Horizont geht es weiter
Friedel Martiny
Unternehmen wissen um die Schwierigkeit, die Zukunft vorzubereiten, denn es gilt, sie vorauszusagen. Qualifikationen und Fachkräfte werden benötigt, das ist sicher, für eine Strategie alleine aber noch zu wenig.
In Beratungsgesprächen und Workshops wird immer wieder deutlich, dass der Bedarf an permanenter Qualifizierung - und dies gilt sowohl für die kurz- und mittelfristige Anpassungsqualifizierung als auch für die mittel- und langfristige strategische Qualifikationsplanung - nicht bezweifelt wird, dass aber der Schritt zur Umsetzung in vielen Fällen (noch) erhebliche Probleme mit sich bringt. Gerade in der heutigen Zeit, in der "demografischer Wandel" und der schon entstandene "Fachkräftemangel" zu Stich- und mittlerweile Reizworten geworden sind, ist unbestritten, dass es sich bei der Frage um den zukünftigen Qualifikationsbedarf nicht um eine "nützliche" Erkenntnis handelt, die man haben kann, aber nicht haben muss, sondern dass es sich hierbei um Fragen der Zukunftssicherung handelt, deren Beantwortung keine konjunkturabhängige Budgetierung verträgt...
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Gestern Einkäufer, morgen globaler Wertemanager
Federico Avellán Borgmeyer
Wenige Bereiche haben sich in dem Maße weiterentwickelt wie der Einkauf. Mit den Anforderungen wächst ein weitgehend ungedeckter Bedarf an Qualifikationen.
Wie einfach war doch die Welt in der Beschaffung vor gerade 30 – 40 Jahren. Lieferanten wie Produktionsstätten lagen in Reichweite. Man kannte und verständigte sich normalerweise auf Deutsch, und wenn es um Produkte oder Lieferungen vom oder ins Ausland ging, hatte man Agenten, die dies regelten. Jeder hatte die entsprechende Ausbildung für seine / ihre Aufgabe. Diese Zeiten sind vorbei und werden auch so nicht wiederkommen. Die heutige Lieferantenkette, auf Neu-Deutsch "Supply Chain", ist kaum noch zu überblicken. Als Konsumenten wissen wir nicht, woher die Komponenten bzw. die Teilwertschöpfung eines Produkts oder sogar eines Nahrungsmittels stammen. Im Gegenzug wissen viele Verantwortliche in der Beschaffung nicht, woher die Komponenten bzw. die Teilwertschöpfung eines Produktes für ihr Unternehmen sinnvollerweise kommen könnte, denn auch sie kennen bzw. überblicken die Supply Chain nicht mehr...
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